140. Meeting vom Donnerstag, 14. Juni 2018

Als erstes stand ein Vereinsfoto für die nächste Ausgabe der «ThunerseeLiebi» auf dem Programm. Dank guter Vorbereitung war das Foto nach ein paar Minuten im Kasten. In der nächsten Ausgabe wird Urs Bretscher die Thuner Quilters vorstellen. Wir werden rechtzeitig informiert, wo und ab wann die Zeitschrift zu kaufen sein wird.

 

Als nächstes folgten ausführliche Informationen von Marianne Suter:

  • Der Vereinsausflug findet am Donnerstag 18. Oktober 2018 statt und führt uns ins Nähmaschinen-Museum nach Dürnten im Kanton Zürich. Die Ausschreibung folgt mit dem Juli-Bulletin.
  • Am Montag und Dienstag, 12. und 13. November 2018 findet der Kurs mit Maryline Collioud statt. Der Kurs wird in der Johannes-Kirche an der Feldstrasse in Thun durchgeführt, da die Räumlichkeiten in Uetendorf bereits besetzt sind. Die Kursausschreibung folgt ebenfalls mit dem Juli-Bulletin.
  • Für die Ausstellung 2019 wurde das Thema «GEGENSÄTZE» bekannt gegeben. Dazu zählte Marianne ein paar konkrete Beispiele als Inspiration auf. Ausserdem wurde kurz über die Dauer der Ausstellung diskutiert. Zur Auswahl standen wie bisher zwei Wochen und als Alternative eine Kürzung auf eine Woche. Bei der Abstimmung sprachen sich praktisch alle Mitglieder bis auf wenige Enthaltungen für eine Kürzung auf eine Woche (Samstag einrichten, Sonntag Vernissage und dann eine Woche bis zum nächsten Sonntag) aus.

 

Vortrag von Esther von Siebenthal

Schon als Kind liebte Esther von Siebenthal das Handarbeiten und wurde von ihrer Lehrerin gefördert und unterstützt. Trotzdem machte sie ihre Leidenschaft nicht zum Beruf. Sie wählte, vor allem auf Anraten ihres Vaters, einen medizinischen Beruf und lernte Hebamme.

 

Vor rund 15 Jahren kam Esther von Siebenthal durch Zufall und durch die Hartnäckigkeit ihres Sohnes zur Angora-Kaninchen-Zucht. Die ländliche Umgebung von Schwarzenburg bot ideale Bedingungen für die Haltung dieser seltenen Rasse. Von der Gewinnung der Haare über die Verarbeitung zum fertigen Knäuel Strickgarn bis zu den gestrickten Kleinigkeiten ist alles Handarbeit.

 

Die Gewinnung der Haare ist nur während dem Fellwechsel 2 bis 3 mal pro Jahr möglich. Dazu werden die Kaninchen mit einem Unterwolle-Kamm gründlich gebürstet. Die Tiere müssen für diesen Vorgang handzahm sein.

Danach wird die gewonnene Wolle eingefärbt. Esther von Siebenthal verwendet dazu natürliche Farbstoffe, die sie von Pflanzen und Blumen aus ihrem Garten gewinnt. Nur die Farben blau (Indigo) und rot (Cochenille) kauft sie dazu. Das Färben mit Pflanzenfarben funktioniert nur mit tierischen Fasern wie Wolle und Seide.

Anschliessend wird die gefärbte Wolle gekardet. Dabei werden die Wollfasern parallel gelegt, um das anschliessende Spinnen zu erleichtern.

Viele Experimente waren notwendig, bis Esther von Siebenthal die ideale Kombination mit einem Material fand, um die Angorawolle zu verspinnen. Die beste Qualität erzielte sie mit einer Kammgarn-Seide. Diese Seide muss ebenfalls passend zur Angorawolle eingefärbt werden.

Erst jetzt beginnt das Spinnen. Dazu verwendet sie ein Spinnrad aus dem Humanushaus in Beitenwil, Kanton Bern. Das Spinnen von Angorawolle benötigt sehr viel Übung und Fingerspitzengefühl. Anfängern empfiehlt Esther von Siebenthal zuerst das Spinnen von Schafwolle. Pro Jahr verarbeitet sie ca. 12,5 kg Angorawolle zu fertigen Knäueln.

 

Esther von Siebenthal ist fast ständig am Stricken, auf der Gartenbank, im Zug oder vor dem Fernseher. Aus dem federleichten, flauschigen Garn strickt sie Baby- und Kindersachen und andere Kleinigkeiten. Auf ihrer Webseite www.angorakaninchenwolle.ch können Strickpakete bestellt werden. Die Angorawolle ist auch in Thun bei WLW, Obere Hauptgasse 25 erhältlich.

In der Zwischenzeit wohnt Esther von Siebenthal mit ihrem Mann mitten in der Stadt Solothurn. Dort hat es für die Angora-Kaninchen keinen Platz mehr. Sie hat aber ein paar engagierte Frauen, die sie nach wie vor mit Angorawolle beliefern.

 

Monika Walther

Impressionen