Avenches 3. Biennale des Arts Textiles 

Vom 11. bis 20. Oktober 2019 fand in Avenches die 3. Ausstellung für Textile Kunst statt. 

Mit zwei Kolleginnen habe ich mich bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg ge-macht. Avenches ist ein schönes, altes Städtchen auf einem Hügel mit vielen ehr-würdigen Gebäuden und einem römischen Theater. Bereits in der Dorfstrasse sind wir von gestrickten Dessous empfangen worden. 

Als erstes haben wir uns der Kirche St. Marie-Madeleine zugewandt. Dort hängen in einer beeindruckenden Installation von Catherine Lambert hunderte von zarten, weissen, geklöppelten Federn. Wir haben nachgefragt und erfahren – es sind über 900 Federn. 

Als nächstes ist das Musée Romain an der Reihe. Im Erdgeschoss können wir die gestrickten Arbeiten von Cécile Ahn bewundern. Die Werke sind alle aus Papier gearbeitet. Sogar Servietten werden zweckentfremdet. 

 

In einem anderen Raum hat Christa Lienhard ihre Plastiken ausgestellt. Beeindruckt haben uns die Arbeiten aus Drahtgeflecht. Dabei ist aufgefallen, dass die modellierten Damen normale Frauenfiguren haben und nicht, wie so oft, dünne Models darstellen. 

 

Im Théâtre du Château treffen wir auf Judith Mundwiler und ihre Kollegin Gabi Mett. Die beiden Künstlerinnen verarbeiten die unterschiedlichsten Materialien. Wir können eine Arbeit von Gabi Mett bewundern, die aus einem Überzug einer Mangel gearbeitet ist. Judith Mundwiler hat aus Parkhaus-Tickets frei hängende Bilder gestaltet. 

 

Weiter geht es zum Caveau de l’Hôtel de Ville. Eine steile Kellertreppe führt uns in die Ausstellung von Isabelle Wiessler, die ich persönlich aus Kursen kenne. Sie ar-beitet mit unterschiedlichsten Materialien. Stoff, Tyvek, wasserlösliches Vlies und auch Holz ist anzutreffen. Sie gestaltet ihre Arbeiten wie ein Maler. Ihre Werkzeuge sind jedoch Nähmaschine und Faden. 

 

Als nächstes besuchen wir eine alte Bekannte. Im Local 49 treffen wir Maryline Col-lioud, die zusammen mit Odile Texier ausstellt. Wieder einmal können wir die unver-kennbare, farbige und doch harmonische Farbwahl in den Arbeiten von Maryline be-wundern. Odile Texier recycliert für ihre Arbeiten alte Stoffe und Bänder. Sogar Ha-ken und Oesen und Schrauben sind zu finden. 

 

Als letztes statten wir Mary Radman einen Besuch in der ehemaligen Boucherie ab. Ihre Arbeiten sind klein und fein. Mit viel Geduld bestickt und verziert sie Bilder, Dosen und Schmuck. An der Wand hängen vier grosse Schriftrollen. Kaligraphie ist ihre neue Leidenschaft. 

 

Nach dem Besuch der Ausstellungen gönnen wir uns ein feines Mittagessen. Der Abstecher nach Avenches hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. 

 

Monika Walther 

 

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